Philip Roth, Mein Leben als Sohn

Während der Vater an einem Gehirntumor stirbt, wird der Sohn zum Krankenpfleger und Seelsorger. In eindruckvoller Weise beschreibt Philip Roth die Geschichte seines Vaters, der alt, krank und auch hilflos wird. Die Gefühle und Gedanken, die den Sohn in dieser Zeit bewegen, werden verwoben mit der Geschichte seiner Familie, die als jüdische Einwanderer Anfang des Jahrhunderts nach Amerika gekommen waren.

Wir werden eingefangen von dem unspektakulären jüdischen Amerika, lernen das Lebensgefühl und die Gepflogenheiten dieser Gemeinschaft auf humorvolle und auch ironische Art kennen, wie sie nur ein jüdischer Autor beschreiben darf. Im Zentrum der Erzählung steht immer wieder die Beziehung von Vater und Sohn – und es ist im Besonderen ein Buch für Söhne. Philip Roth versteht es auf wunderbare Weise, für uns noch einmal erwachsen zu werden. Die Familiengeschichte verbindet er kunstvoll mit der traurigen, manchmal grauenhaft komischen Realität, die er mit seinem sterbenden Vater erlebt. Wir werden berührt von der Liebe des Jungen zu seinem Vater, die für den erwachsenen Mann noch einmal lebendig wird.Ich werde immer als sein kleiner Sohn leben, mit dem Gewissen eines kleinen Sohnes, so wie er immer lebendig bleiben wird, nicht nur als mein Vater, der zu Gericht sitzt über alles, was immer ich tue …

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Datum: Samstag, 19. April 2008 10:25
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