Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray

Wednesday, 4. June 2008 16:23

Das Bildnis des Dorian Gray ist ein wirklich schönes und bewegendes Buch. Es handelt von einem jungen Mann, Dorian Gray, der immer wieder als Art unbeschriebenes Blatt dargestellt wird und sehr wissbegierig ist. Ein Künstler mit Namen Basil Hallward, der einen Freund darstellt, will die absolute Schönheit dieses Mannes als sein Meisterwerk malen, die Jugend einfangen.

Bei der letzten Sitzung dieses Bildes wird Dorian sein zukünftiger bester Freund Lord Henry Wotton vorgestellt, der alsbald beginnt, Dorians Wissensdurst mit allerlei Theorien und Ansichten über das Leben und den Tod, die Gesellschaft und die Frauen zu stillen, wovon dieser nicht genug bekommen kann.

Als Lord Henry Wotton Dorian klar verständlich macht, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis dieser ebenfalls alt sein wird und seine Schönheit, die den einzigen Wert im Leben darstellt, verlieren wird, erzürnt dieser beim Anblick seines Bildes und äußert den Wunsch, dass das Bild anstatt ihm altern solle.

Dieser Wunsch wird ihm gewährt, und so kann er sein Leben führen wie er will, das Portrait zieht die Leiden daraus, denn es repräsentiert seine Seele, während sein Körper vom Alter unberührt bleibt. Im Laufe des Buches wird einem die Veränderung Dorian Grays vor Augen geführt, die durch die giftigen Gespräche mit seinem Freund Lord Wotton zustande kommt.

Ich persönlich finde dies ein klasse Buch, das sehr viel Psychologie und eine sehr bewegende Geschichte innehat. In ihm wird gezeigt, welche Macht doch die Manipulation auf Jemanden haben kann und wie sich dieser aufgrunddessen verändert. Es beschreibt, wie ein unschuldiger junger Mann zum habgierigen Mörder wird, der das Leben seiner Träume leben kann und doch gleichzeitig seiner Verdammnis nicht entkommen kann. Jede Phase seines Lebens ist sehr gut geschrieben und im Gesamten ist das Buch sehr schnell gelesen.

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Michail Bulgakow, Der Meister und Margarita

Monday, 2. June 2008 21:53

(Geschrieben 1928-40, erschienen 1966/67; Übersetzung von Thomas Reschke)

Obwohl der Plot sich gegen Ende des Buches irgendwie verliert, zieht das Buch den Leser über Hunderte von Seiten wie eine Lokomotive. Der Teufel kommt mit seinen Gehilfen in den 1920er Jahren nach Moskau und treibt allerlei bösen Schabernack mit der Einfältigkeit und dem Egoismus der Menschen. Moskau versinkt im Chaos. Nur der Meister, ein in der Irrenanstalt einsitzender armer Schriftsteller, dessen Pilatus-und-Jesus-Roman in das Buch eingestreut ist, und Margarita, seine verheiratete Geliebte, widerstehen dem wahnsinnigen Treiben. Ein rasantes Buch voller Ideen, Sprachwitz und skurriler Einfälle. Einer der besten (phantastischen) Romane überhaupt.

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Philip Roth, Mein Leben als Sohn

Saturday, 19. April 2008 10:25

Während der Vater an einem Gehirntumor stirbt, wird der Sohn zum Krankenpfleger und Seelsorger. In eindruckvoller Weise beschreibt Philip Roth die Geschichte seines Vaters, der alt, krank und auch hilflos wird. Die Gefühle und Gedanken, die den Sohn in dieser Zeit bewegen, werden verwoben mit der Geschichte seiner Familie, die als jüdische Einwanderer Anfang des Jahrhunderts nach Amerika gekommen waren. Wir werden eingefangen von dem unspektakulären jüdischen Amerika, lernen das Lebensgefühl und die Gepflogenheiten dieser Gemeinschaft auf humorvolle und auch ironische Art kennen, wie sie nur ein jüdischer Autor beschreiben darf. Im Zentrum der Erzählung steht immer wieder die Beziehung von Vater und Sohn - und es ist im Besonderen ein Buch für Söhne. Philip Roth versteht es auf wunderbare Weise, für uns noch einmal erwachsen zu werden. Die Familiengeschichte verbindet er kunstvoll mit der traurigen, manchmal grauenhaft komischen Realität, die er mit seinem sterbenden Vater erlebt. Wir werden berührt von der Liebe des Jungen zu seinem Vater, die für den erwachsenen Mann noch einmal lebendig wird.Ich werde immer als sein kleiner Sohn leben, mit dem Gewissen eines kleinen Sohnes, so wie er immer lebendig bleiben wird, nicht nur als mein Vater, der zu Gericht sitzt über alles, was immer ich tue …

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Christoph Ransmayr, Der fliegende Berg

Saturday, 19. April 2008 10:19

(Erschienen 2006)

Das neueste Buch von Ransmayr ist die Geschichte zweier irischer Brüder, die sich in die Gebirge Tibets aufmachen, um den fliegenden Berg zu erobern, den letzten weißen Fleck auf der Landkarte. Die Geschichte verbindet die Höhen der tibetanischen Gebirgszüge mit den Wellen des irischen Meeres. Sie erzählt in einer außergewöhnlich ausdrucksstarken Sprache vom ewigen Schnee und der Gefahr in den Bergen sowie der Wanderschaft und dem Kosmos tibetanischer Nomaden in dieser Gebirgswelt. Ein Abenteuerbuch über die Beziehung zweier ungleicher Brüder, die sich dennoch auf eine gemeinsame Reise begeben und dort sich selbst, der Liebe und dem Tod begegnen.

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Georges Simenon, Der Mann, der den Zügen nachsah

Tuesday, 8. April 2008 12:24

(Erschienen 1938, Übersetzung von Linde Birk)

Was macht jemand, dessen bürgerliche Existenz von einer Minute auf die andere vernichtet wird?
Kees Popinga, 40, Prokurist, verheiratet und Vater zweier Kinder, sieht zufällig eines Abends den Chef seiner Firma in einer anrüchigen Kneipe, geht ungläubig hinein und erfährt, dass die Firma pleite ist, der Chef sich mit dem verbliebenen Geld absetzt und er selber ein miserabler Prokurist ist, da er überhaupt nichts bemerkt hat. Das war’s. Popinga realisiert, dass er sein Leben lang nur das getan hat, was die anderen von ihm erwarteten. Insgeheim hatte er jedoch davon geträumt, „ein anderer zu sein als Kees Popinga. Und gerade deshalb war er so sehr Popinga, war er es zu sehr, übertrieb er, weil er wusste, wenn er auch nur in einem Punkt nachgeben würde, könnte ihn nichts mehr bremsen. (…) Und da er nun einmal nicht mehr Prokurist war und ihm seine Villa nicht mehr gehörte, da also ein Steinchen ins Rollen gekommen war, konnte ruhig alles zusammenbrechen. (…) Was aus war, war aus, für alle Zeiten, und diese Gelegenheit musste man nutzen!“
Popinga zieht in die Welt, das heisst er besucht die Frau, die er seit langem heimlich begehrt und mit der er „noch eine alte Rechnung zu begleichen“ hat, denn was ihn „am meisten demütigte, war die Tatsache, dass er sich nie getraut hatte…“. Doch das ist jetzt vorbei, „er konnte sich alles erlauben!“ Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Meisterhaft, auf welch engem Raum Simenon das Psychogramm eines kontaktunfähigen und narzisstischen Kleinbürgers liefert, dessen satte Selbstgefälligkeit aufgrund der plötzlichen Ent-Täuschung in Selbstüberhebung und offene Aggression umschlägt.

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Michael Köhlmeier, Abendland

Sunday, 30. March 2008 23:57

(Erschienen 2007)

Der Schriftsteller Sebastian Lukasser wird von seinem Patenonkel Carl Jacob Candoris, einem emeritierten Mathematikprofessor und sehr reichen Mann, kurz vor dessen Tod zu sich gerufen und gebeten, dessen Leben nachzuerzählen. Dies tut er, und eingebettet darin erzählt Lukasser seinem Patenonkel und dem Leser gleich auch noch seine eigene Geschichte und die seiner Familie, alles unterfüttert mit der (Kultur- und Geistes-)Geschichte des 20. Jahrhunderts auf 776 Seiten.
Candoris, Spross einer reichen österreichisch-ungarischen Kaufmannsfamilie und exzellenter Mathematiker, verkehrt mit der Creme de la Creme der mathematischen Zunft in Göttingen Anfang der 20er, lernt Edith Stein kennen (die erste katholische Märtyrerin jüdischer Abstammung, die heilig gesprochen wurde), verbringt als Assistent von Emmy Noether 1928/29 einige Zeit im stalinistischen Russland, tritt dann in das Handelshaus seiner Familie ein, wo er erfolgreich das Kontor in Lissabon leitet und an der Uni lehrt, wird vom britischen Secret Service als Spion gegen Nazideutschland angeworben, hat als österreichischer Staatsbürger Zugang zu dem Kreis der ersten Naturwissenschaftler der Nazis, verbringt ein paar kurze Monate in britischer Gefangenschaft in Australien und Kanada, bevor er von Robert Oppenheimer für das Manhattan-Projekt angeworben wird.
Unmittelbar nach der Kapitulation Japans ist Candoris im (konventionell) zerstörten Tokio und entdeckt und fördert dort ein einzigartiges mathematisches Genie, das sich allerdings 1961 vor laufenden Nachrichtenkameras die Pulsadern aufschneidet.
Das andere Genie, dessen sich Candoris als Mäzen annimmt, ist Sebastian Lukassers Vater Georg, ein begnadeter Gitarrist, den er 1946 in Wien hört, dessen Ehe er mitstiftet und für dessen Familie er Schutzengel wird. Lukasser sen., der in Wien und New York legendäre Aufnahmen aufnimmt, mit Chet Baker ein Jahr durch die USA tourt und in einem österreichischen Bergdorf avantgardistsiche Klangexperimente im Gefolge von Harry Partchs mikrotonaler Musik durchführt, bleibt aber leider ein verkanntes Genie, das sein Leben lang gegen den Suff ankämpfen muss und sich schließlich 1976 das Leben nimmt. Als Mäzen war Candoris also nicht besonders erfolgreich.
Lukasser jun. steuert seine Zeiten in Wien, Innsbruck, Frankfurt, Lissabon, New York und North Dakota ebenso bei wie seine Erfahrungen mit Frauen, seine gescheiterte Ehe und seine wenig rühmliche Rolle als Vater - vielleicht als Gegenpart gedacht zum großen Candoris, trotz erfolgreicher Autorenexistenz (über 22 Bücher, von Artikeln, Essays usw. abgesehen).
“Abendland” ist ein kluges Buch, in einem geschmeidigen, süffigen Stil geschrieben, und man liest gerne die vielen großen und kleinen Episoden, die hier entlang der Familiengeschichte der Candoris’ und Lukassers aufgereiht werden. Der Leser erfährt Geschichten aus dem Leben der mathematisch-naturwissenschaftlichen Genies des 20. Jahrhunderts und erhält einen Überblick über die Entwicklung des Blues und Jazz in den USA, eingestreut werden Episoden und kluge Bemerkungen über die Oper ebenso wie über Primzahlen, Boxer, das Erinnern, Hunde, Metaphern, den Konjunktiv, das futurum exactum, usw.usw.
Manchmal allerdings ist es zuviel des Guten - muss denn Lukasser sen. wirklich Woody Guthrie “wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sehen”, muss denn Candoris tatsächlich Winston Churchill seine Einschätzung des Stands der Atombombenentwicklung  Nazi-Deutschlands persönlich vortragen, und muss zu den Gästen bei diesem privaten Empfang auch Charlie Chaplin gehören? Und was soll uns die letzte, angehängt wirkende Geschichte über Candoris’ Großonkel in Deutsch-Südwestafrika sagen, der als zehnfacher Mörder verurteilt wurde? Dass der Autor auch über den Herero-Aufstand von 1904 einige Seiten füllen kann?
Der Autor wuchert mit seinen Pfunden, und manchmal kommt die Präsentation seines allumfassenden Wissens einem name-dropping gefährlich nahe, um - wie der Leser irritiert argwöhnt - die Bedeutsamkeit des Erzählten aufzuwerten. Dabei wäre dies gar nicht nötig, weniger wäre in diesem Falle mehr.
Wie gesagt, ein kluges, gut geschriebenes und unterhaltsames Buch, dessen Lektüre dem Leser viele Zusammenhänge erhellt oder diese erst herstellt, dessen Vielzahl an Anekdoten, Geschichten und Analysen aber etwas gewaltsam unter das Konstruktionsprinzip zweier sich kreuzender Familiengeschichten gezwungen scheint.

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Alasdair Gray, Lanark: A Life in 4 Books

Thursday, 6. March 2008 22:21

(Erschienen 1981. Deutsch: Lanark. Ein Leben in vier Büchern)

Ein Buch, das ich bereits vor einiger Zeit gelesen habe. Aufgrund des starken und verstörenden Eindrucks, den es bei mir hinterlassen hat, drängt es sich auf diesen Blog und will empfohlen werden. Also:
Düstere Utopie mit phantastischen Elementen, nichts für schwache Nerven. Üblicherweise scheitern die Rezensenten daran, eine kurze Inhaltsangabe zu geben. Ein paar Anhaltspunkte: Beginnt mit dem dritten statt mit dem ersten von vier Büchern (in einem Band) in der endzeitlichen Stadt Unthank ohne Tageslicht und Arbeit, führt weiter in eine menschengemachte Unterwelt, in der das “Institut” von der rätselhaften “Drachenhaut-Krankheit” Befallene zu retten versucht, bei den hoffnungslosen Fällen jedoch den Verlauf der Krankheit abwartet, weil das Ende in einer Explosion besteht, bei der verwertbare Energie und Nahrung freigesetzt wird. Das Orakel, das er nach seiner eigenen Vergangenheit befragt, erzählt Lanark die Geschichte von Duncan Thaw, einem einzelgängerischen Glasgower Arbeiterjungen, der trotz Armut und Krankheit unbedingt Künstler werden will. Das sind die Bücher 1 und 2, die von einem sozialkritischen Realismus und starken autobiographischen Zügen getragen sind. Sie spielen in Glasgow unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und beschreiben das harte Leben der Arbeiter und Jugendlichen, diskutiert werden aber auch kunsthistorische Fragen. Das Buch 4 kehrt nach Unthank und in die Unterwelt zurück, in der sich das “Institut” mit politisch-sozialen Unruhen konfrontiert sieht. Unthank steht vor dem endgültigen Kollaps, eine Umweltkatastrophe droht und es besteht die Gefahr, dass die Stadt von dem globalen Rat (der finanziert wird von der weltbeherrschenden “Verschwörung”) aufgegeben wird. Lanark wird als Bürgermeister zur großen Versammlung geschickt, um dies zu verhindern.
So in etwa.
Insbesondere die Kapitel 1 und 4 sind voller bizarrer, surrealer Ideen (Bilokation, Roboter in Menschengestalt, Reisen durch interkalendarische Zonen; bei einer anderen Krankheit entwickeln sich auf dem Körper der Kranken Münder, die unabhängig von dem Kranken reden). Typographische Elemente werden variiert, die einzelnen Bücher mit Grafiken des Autors eingeleitet, gegen Ende werden seitenlange irreführende Fußnoten eingestreut.

Eins der ganz wenigen Bücher, die ich irgendwann ein zweites Mal lesen werde.

P.S. Eine deutsche Ausgabe ist derzeit wohl nur antiquarisch aufzutreiben - leider.

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Eduard Augustin, Phillip von Keisenberg, Christian Zaschke, Ein Mann ein Buch

Wednesday, 27. February 2008 17:29

Ein wirklich witzig geschriebenes Sammelsurium-Büchlein (ok, von der Dicke her ist es ein Buch, aber der Stöberfaktor macht es zu einem Büchlein, das sich Kapitel, oder Abschnittsweise lesen lässt) in dem alle wirklich wichtigen Lebensweisheiten von und für Männer drin stehen.

Schon das Cover regt zum Lesen an :

“Ein Mann sollte einige Dinge wissen über das Leben.”

Eine Boeing 747 landen, Die richtigen Schuhe tragen, Einen Hai angeln, Tanzen, ohne tanzen zu können, Eine Schlägerei überstehen, Die Sprache der Blumen, Pokern, Das einfachste Regal bauen, Jonglieren, Ein Kind zeugen, Ruhig bleiben, wenn Sie fährt…

…und auf der Rückseite geht es weiter:

-Weinkenner werden, Weinkenner werden, In die Fremdenlegion eintreten, Jagen, Fliegen binden, Kriminalkommissar werden, Einen Aston Martin DB 5 kaufen, Ein Loch bohren, Gestikulieren auf italienisch, Im Gefängnis bestehen, Eine Kneipe aufmachen, In Las Vegas heiraten, Einen wirklich guten Papierflieger falten…

Der Inhalt befasst sich mit WESENTLICH mehr Themen, die allesamt wichtig oder eben lustig sind :)
Sie sind unterteilt ind folgende Kapitel:
-Der Mann im Haus,
-Der Mann und die Natur,
-Der Mann in Gefahr,
-Der gepflegte Mann,
-Der Mann in der Gesellschaft,
-Der Mann in Bewegung,
-Männer unter sich,
-Der Mann und die Frau,
-Der Mann und die Kultur,
-Der alte Mann,
-…Und das Meer

Was ich unglaublich witzig fand waren auch die Beschreibungen und Theorien über Fusselbildung im Bauchnabel oder die Zeichnungen dazu wie man ein Ei aufschlägt oder einen Pfannkuchen wendet (das sowas überhaupt enthalten ist ;) ).
-Kurzum, alles was ein Mann braucht;) und eben Spass beim Lesen.

Äußerlich gesehen kann ich nur von der Süddeutschen Zeitungs-Edition reden, und die ist auch Äußerlich gesehen ein richtiger Augenschmauß. Das Cover dick und kariert gebunden, die Seitenränder allesamt schwarz.

Klasse zum Stöbern.

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Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

Monday, 25. February 2008 21:04

(Erschienen ab 1930)

“Stil ist für mich exakte formulierung eines gedankens.” (Musil)
Diese exaktheit hat er mit einer, sowohl was hartnäckigkeit als auch wortgewandtheit betrifft, bewundernswerten akribie zu erlangen gesucht.
“Exaktheit des gefühls”, “exakte phantasie”: Mit all dieser exaktheit macht Musil nicht etwa “dem” gefühl den garaus, im gegenteil erzeugt er ein dichtes gefühlsgewebe, das nicht im nebulösen verschwimmt, sondern sich exakt aus einzelnen passagen des textes herleitet.
Es geht um stimmungen und gefühlszustände und darum, ob diese “anderen zustände” bruchstücke oder auch sendboten einer anderen existenzweise sind, bei der “sein” und “in allem sein” ein und dasselbe ist.
Zustand - ein paradoxes wort, da es suggeriert, etwas könne der zeit nicht unterliegen. Zustände ändern sich jedoch laufend; verbunden, ob zu recht oder zu unrecht, werden sie mit dem wörtchen “und”. Die schilderung eines zeitlosen zustands müsste auf dieses wort verzichten, das auch völlig zusammenhangloses und gegensätze miteinander verbindet. Es fragt sich, wie das zeitgebundene medium literatur gleichzeitigkeit nicht nur beschwören, sondern tatsächlich darstellen kann. Oder geht es nicht um zeitlose zustände, besser: vollkommen gleichzeitiges erleben?

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Trudi Canavan, Die Rebellin

Thursday, 14. February 2008 19:01

Trudi Canavan mit ihrem Erstling “Die Rebellin” (das zu der Trilogie: “Die Gilde der schwarzen Magier” gehört) hat bei mir mittelmäßigen Erfolg erobert.

Das Fantasy-Buch hat 526 Seiten und ist in drei Teile aufgeteilt und am Ende befindet sich noch ein dreiseitiger Glossar.

Die Geschichte spielt in dem Land Kyralia, hauptsächlich in deren Hauptstadt Imardin.

Es geht um eine unfreiwillige Rebellin namens Sonea. Sonea, die den Sprung aus dem Bettlerviertel in die Vorstadt geschafft hat, dort jedoch aus mit ihrer Familie aus deren neuem Heim getrieben wurde gerät mehr oder minder zufällig in einen kleinen Aufstand.
Jedes Jahr in dieser Stadt wird die so genannte “Säuberung” durchgeführt, bei der die Magier und die Soldaten des Königs die Diebe, Bettler und Obdachlosen vor die Stadttore verbannt um den Reichen der Stadt Sicherheit auf den Straßen zu ermöglichen.
Als Sonea von Jemandem erfährt, dass ihre ehemaligen Jugendfreunde einen Aufstand gegen die Blockade der Magier planen und dieser verraten wurde eilt sie um diese Information zu überbringen und gerät eben in diesen Aufstand.

Vor Wut wirft sie einen Stein gegen das magische Schild der Magier, so wie es viele tun. Die Magier unterdessen stehen da und warten auf das Signal loslegen zu dürfen. Als Sonea’s Stein die magische Abgrenzung passiert und einen Magier schwer am Kopf trifft und dieser zu Boden sackt überschlagen sich die Ereignisse.
Die Bande schafft es zu fliehen, wobei ein außenstehender kleiner Junge von den Magieren getötet wird. Hier beginnt die Hetzjagd der Magier auf Sonea.

Meine Meinung über dieses Buch:

Es ist schon komisch eine so lange Verfolgungsjagd zu lesen. Dreiviertel dieses Buches handeln im Endeffekt nur davon. Obwohl sie gut geschrieben ist, braucht es doch an manchen Stellen echte Ausdauer.

Was ich besonders gut an diesem Buch finde ist, das es was die Magie angeht nicht wie die meisten anderen Bücher übertrieben ist… Sonea ist am Ende des Buches keine zauberstabschwingende Kampffurie sondern ein Mensch dem es leider nicht vergönnt ist normal zu leben, ein Mensch der zu Magie verdammt ist.

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