Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Stöbern'

Jakob Wassermann

Friday, 31. October 2008 23:18

(10.3.1873 – 1.1.1934)

Zieh ich doch aus einem Krabbeltisch den Erzählungsband „Donna Johanna von Castilien“ heraus, weil ich von dem Autor Jakob Wassermann mal was gehört habe. Und weil ich mal wieder Lust auf historische Erzählungen habe. Und werde gut bedient. Ich lese die anfangs etwas verquaste, dann packende Geschichte von orgiastischen Zuständen, Endzeitängsten, Wehklagen und Jauchzen, die die Nachricht von der Ankunft des Messias im fernen Smyrna (Izmir) bei den Juden in der Umgebung von Fürth kurz nach dem 30jährigen Krieg auslöste. Und diesen „Sabbatai Zewi“ gab es wirklich. Dann folgt die Geschichte der Donna Johanna. Die ließ ihren Gatten ermorden, dann packte sie die Reue, sie ließ ihn wieder ausbuddeln und tourte mit ihm durch die Lande. Um ihm wieder auf die Sprünge zu helfen, ließ sie ihm ein Uhrwerk an die Stelle des Herzens einsetzen. Auch sie gab es, die „Johanna die Wahnsinnige“. Dann geht es ab nach Übersee in der Geschichte von „Geronimo de Aguilar“, der die Azteken vor Cortez entdeckte, zwischen die Fronten geriet und spurlos verschwand. „Sturreganz“ wiederum zeichnet die Zeit Ansbachs unter dem Markgrafen Alexander von Ansbach und Bayreuth nach, „einem von seiner göttlichen Erwähltheit und seinen geheiligten Machtbefugnissen durchdrungenen Dynasten“, der wegen seiner chronischen Finanzknappheit den Einflüsterungen eines schleimigen Höflings nachkommt und wehrtüchtige Männer von den Straßen und aus den Häusern wegfangen lässt, um sie als Söldner an die Engländer zu verkaufen, die sie gegen die für ihre Unabhängigkeit kämpfenden amerikanischen Kolonien einsetzen. „Der Aufruhr um den Junker Ernst“ erzählt von einer wundersamen Gefangenenbefreiung in Würzburg zur Zeit, da der Bischof Philipp Adolph und sein jesuitischer Beichtvater die Stadt mit dem Terror der Inquisition überziehen…
Dies alles kommt selbstbewusst daher in einer ausgewogenen, überzeugenden Mischung aus Fakt und Fiktion, geschrieben in einer selbst bisweilen altertümlich anmutenden, aber sehr ausgeformten Sprache, die sich auch vor großen Worten nicht scheut und aus einem schier unerschöpflichen Fundus Geschichten von Menschen erzählt, erzählt, erzählt. Bestens zum (Vor-) Lesen an langen Winterabenden geeignet. Diese Geschichten suchen ein Ohr. Der nächste Band von Wassermann liegt schon bereit: „Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens“. Genau, der.

Thema: Stöbern | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler

Eduard Augustin, Phillip von Keisenberg, Christian Zaschke, Ein Mann ein Buch

Wednesday, 27. February 2008 17:29

Ein wirklich witzig geschriebenes Sammelsurium-Büchlein (ok, von der Dicke her ist es ein Buch, aber der Stöberfaktor macht es zu einem Büchlein, das sich Kapitel, oder Abschnittsweise lesen lässt) in dem alle wirklich wichtigen Lebensweisheiten von und für Männer drin stehen.

Schon das Cover regt zum Lesen an :

“Ein Mann sollte einige Dinge wissen über das Leben.”

Eine Boeing 747 landen, Die richtigen Schuhe tragen, Einen Hai angeln, Tanzen, ohne tanzen zu können, Eine Schlägerei überstehen, Die Sprache der Blumen, Pokern, Das einfachste Regal bauen, Jonglieren, Ein Kind zeugen, Ruhig bleiben, wenn Sie fährt…

…und auf der Rückseite geht es weiter:

-Weinkenner werden, Weinkenner werden, In die Fremdenlegion eintreten, Jagen, Fliegen binden, Kriminalkommissar werden, Einen Aston Martin DB 5 kaufen, Ein Loch bohren, Gestikulieren auf italienisch, Im Gefängnis bestehen, Eine Kneipe aufmachen, In Las Vegas heiraten, Einen wirklich guten Papierflieger falten…

Der Inhalt befasst sich mit WESENTLICH mehr Themen, die allesamt wichtig oder eben lustig sind :)
Sie sind unterteilt ind folgende Kapitel:
-Der Mann im Haus,
-Der Mann und die Natur,
-Der Mann in Gefahr,
-Der gepflegte Mann,
-Der Mann in der Gesellschaft,
-Der Mann in Bewegung,
-Männer unter sich,
-Der Mann und die Frau,
-Der Mann und die Kultur,
-Der alte Mann,
-…Und das Meer

Was ich unglaublich witzig fand waren auch die Beschreibungen und Theorien über Fusselbildung im Bauchnabel oder die Zeichnungen dazu wie man ein Ei aufschlägt oder einen Pfannkuchen wendet (das sowas überhaupt enthalten ist ;) ).
-Kurzum, alles was ein Mann braucht;) und eben Spass beim Lesen.

Äußerlich gesehen kann ich nur von der Süddeutschen Zeitungs-Edition reden, und die ist auch Äußerlich gesehen ein richtiger Augenschmauß. Das Cover dick und kariert gebunden, die Seitenränder allesamt schwarz.

Klasse zum Stöbern.

Thema: Stöbern | Kommentare (0) | Autor: Robin Giesler

Die Horen Band 199, Lauter Vigoleisiaden

Thursday, 7. February 2008 22:54

(Erschienen 2000)

Für Leute, die gerne mal abseits der breiten Pfade lesen: amüsante, interessante und anregende Sammlung von Texten, Beiträgen, Fotos etc. zum Dichter Albert Vigoleis Thelen.

Thema: Stöbern | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler