Autorenarchiv

Mark Z. Danielewski, Das Haus

Wednesday, 4. June 2008 16:57

Ist ein wahres Kunstwerk, sowohl äußerlich, also von der Aufmachung (habe die gebundene Ausgabe gelesen) her, als auch von der Geschichte. Es ist aber keinesfalls ein Buch, das man auf einmal und an einem Stück durchlesen kann.

Das ganze Buch über gibt es an sich drei Erzähler: Will Navidson, Jony Truant und Zampano, die sich gegenseitig ergänzen, zitieren und auf Quellen verweisen. Geht man diesen Quellen nach, verirrt man sich in vielerlei Richtungen, ein paar davon existieren wirklich, andere sind nur zur Wahrung des Scheins aufgenommen worden. Jeder dieser Autoren hat eine eigene Schriftart, an denen man sie auseinander halten kann, und jeder dieser Autoren bringt seine eigene Geschichte irgendwie mit ein.

Die ganze Geschichte ist wie eine professionelle Arbeit geschrieben, immer sachlich, analysierend, mit wissenschaftlichen Thesen und Berechnungen hinterlegt und bewiesen, auf die Psychologie überprüft. Der Aufbau der einzelnen Seiten variiert sehr stark, es kommen Seiten vor, die bis auf einzelne Wörter total leer sind, darauf folgen Kapitel, die im normalen Schreibstil geschrieben wurden, die dann wieder in einem Stil ähnlich dem eines Wörterbuches verfasst sind. Es ist also sehr viel Abwechslung allein schon im Aufbau.

Auch vom Inhalt her ist es manchmal schön verwirrend und teilweise sehr gut ausgedehnt. Als Beispiel wird kapitellang das Echo erklärt, in der römischen Mythologie, in der griechischen Mythologie und schließlich wird noch ein Kapitel über die mathematische Berechnung und ein paar Theorien drangehängt, nur um dann beweisen zu können, dass es an dieser Stelle des Hauses überhaupt kein Echo geben dürfte…

Es handelt von Will Navidson, folglich Navy genannt und seiner Frau Karen Green, die, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, in ein altes Haus in der Ash Tree Lane ziehen. Genauer gesagt handelt es sich jedoch um den Navidson Record, einen Film, den Navy macht, um den Neuanfang in diesem Haus festzuhalten. Anfänglich läuft alles gut, bis jedoch unerklärliche Dinge passieren. Es entsteht ein neuer Zwischenraum zwischen dem Schlafzimmer der Eltern und dem der Kinder oder die Länge des Raumes innen ist auf einmal länger als die außen. Dann entsteht ein neuer Flur inmitten des Hauses, der in totaler Dunkelheit liegt.
Dieser Film ist schon der zweite, diesmal längere, davor gab es bereits den “5-Minuten-Flur”, der auch schon auf die extrem verquerten Zustände im Haus hinweist.

All diese Veränderungen zwingen Karen immer mehr in die Isolation, während sie das Interesse von Navy wecken, der, nachdem er sich das erste Mal in diesem Flur verirrte, in dem anscheinend keine Grenzen an Räumlichkeit herrschen, ein Team zusammenstellt, das diesen erforschen soll. Insgesamt werden vier Erkundungen gemacht, alles wird protokolliert und erfasst. Dieser Abschnitt des Hauses, der einer eigenen Welt gleicht, hat ganz andere Grundregeln, zum Beispiel sind die Mauern ständig in Bewegung, die Räume bauen sich alle paar Minuten von selbst um.

Hier bemerkt man immer mehr, was dies alles für Auswirkungen auf die einzelnen Personen hat, die immer wieder mit psychischen Ansätzen untersucht werden. Die letzte Erkundung wird jedoch zu einem Horrortrip, der in Isolation, Wahnsinn und Depression endet.

Die Geschichte von diesem Navidson Record, von Navy selbst und Karen und allen Anderen, die darin vorkommen, wird jedoch eigentlich von Zampano aufgeschrieben, einem alten Mann, der erblindet ist und sich, nachdem er jahrelang nach allen Hinweisen, Beweisen und Gegenbeweisen gesucht hat, in seiner Wohnung eingesperrt ist und schließlich in ihr gestorben ist.
Nachdem Jonny Truant in die Wohnung des Verstorbenen gelangt, und dieser eine Truhe mit den Inhalten entnimmt, beginnt er alle gesammelten Texte und Schriftstücke zu ordnen und zusammen zu schreiben, die Quellen zu bearbeiten. Und auch sein eigenes Leben fließt hier in Form von vielen Fußnoten wieder mit ein, sein eigener Wahnsinn, der beginnt, als er selbst zu viel Zeit mit diesem Thema verbringt.

Zudem schalten sich noch manchmal die Übersetzer ein, die etwas berichtigen oder auf weitere Quellen oder Hinweise gestoßen sind.

Hm. Es ist sehr schwierig über dieses Buch zu schreiben, weil es so viele Fassetten besitzt und so faszinierend geschrieben ist. Es verzweigt sich sehr ineinander und mischt alles mit allem.
Auf jeden Fall sehr sehr zu empfehlen! Sehr lesenswert!

Thema: Lesen | Kommentare (1) | Autor: Robin Giesler

Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray

Wednesday, 4. June 2008 16:23

Das Bildnis des Dorian Gray ist ein wirklich schönes und bewegendes Buch. Es handelt von einem jungen Mann, Dorian Gray, der immer wieder als Art unbeschriebenes Blatt dargestellt wird und sehr wissbegierig ist. Ein Künstler mit Namen Basil Hallward, der einen Freund darstellt, will die absolute Schönheit dieses Mannes als sein Meisterwerk malen, die Jugend einfangen.

Bei der letzten Sitzung dieses Bildes wird Dorian sein zukünftiger bester Freund Lord Henry Wotton vorgestellt, der alsbald beginnt, Dorians Wissensdurst mit allerlei Theorien und Ansichten über das Leben und den Tod, die Gesellschaft und die Frauen zu stillen, wovon dieser nicht genug bekommen kann.

Als Lord Henry Wotton Dorian klar verständlich macht, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis dieser ebenfalls alt sein wird und seine Schönheit, die den einzigen Wert im Leben darstellt, verlieren wird, erzürnt dieser beim Anblick seines Bildes und äußert den Wunsch, dass das Bild anstatt ihm altern solle.

Dieser Wunsch wird ihm gewährt, und so kann er sein Leben führen wie er will, das Portrait zieht die Leiden daraus, denn es repräsentiert seine Seele, während sein Körper vom Alter unberührt bleibt. Im Laufe des Buches wird einem die Veränderung Dorian Grays vor Augen geführt, die durch die giftigen Gespräche mit seinem Freund Lord Wotton zustande kommt.

Ich persönlich finde dies ein klasse Buch, das sehr viel Psychologie und eine sehr bewegende Geschichte innehat. In ihm wird gezeigt, welche Macht doch die Manipulation auf Jemanden haben kann und wie sich dieser aufgrunddessen verändert. Es beschreibt, wie ein unschuldiger junger Mann zum habgierigen Mörder wird, der das Leben seiner Träume leben kann und doch gleichzeitig seiner Verdammnis nicht entkommen kann. Jede Phase seines Lebens ist sehr gut geschrieben und im Gesamten ist das Buch sehr schnell gelesen.

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Robin Giesler

Eduard Augustin, Phillip von Keisenberg, Christian Zaschke, Ein Mann ein Buch

Wednesday, 27. February 2008 17:29

Ein wirklich witzig geschriebenes Sammelsurium-Büchlein (ok, von der Dicke her ist es ein Buch, aber der Stöberfaktor macht es zu einem Büchlein, das sich Kapitel, oder Abschnittsweise lesen lässt) in dem alle wirklich wichtigen Lebensweisheiten von und für Männer drin stehen.

Schon das Cover regt zum Lesen an :

“Ein Mann sollte einige Dinge wissen über das Leben.”

Eine Boeing 747 landen, Die richtigen Schuhe tragen, Einen Hai angeln, Tanzen, ohne tanzen zu können, Eine Schlägerei überstehen, Die Sprache der Blumen, Pokern, Das einfachste Regal bauen, Jonglieren, Ein Kind zeugen, Ruhig bleiben, wenn Sie fährt…

…und auf der Rückseite geht es weiter:

-Weinkenner werden, Weinkenner werden, In die Fremdenlegion eintreten, Jagen, Fliegen binden, Kriminalkommissar werden, Einen Aston Martin DB 5 kaufen, Ein Loch bohren, Gestikulieren auf italienisch, Im Gefängnis bestehen, Eine Kneipe aufmachen, In Las Vegas heiraten, Einen wirklich guten Papierflieger falten…

Der Inhalt befasst sich mit WESENTLICH mehr Themen, die allesamt wichtig oder eben lustig sind :)
Sie sind unterteilt ind folgende Kapitel:
-Der Mann im Haus,
-Der Mann und die Natur,
-Der Mann in Gefahr,
-Der gepflegte Mann,
-Der Mann in der Gesellschaft,
-Der Mann in Bewegung,
-Männer unter sich,
-Der Mann und die Frau,
-Der Mann und die Kultur,
-Der alte Mann,
-…Und das Meer

Was ich unglaublich witzig fand waren auch die Beschreibungen und Theorien über Fusselbildung im Bauchnabel oder die Zeichnungen dazu wie man ein Ei aufschlägt oder einen Pfannkuchen wendet (das sowas überhaupt enthalten ist ;) ).
-Kurzum, alles was ein Mann braucht;) und eben Spass beim Lesen.

Äußerlich gesehen kann ich nur von der Süddeutschen Zeitungs-Edition reden, und die ist auch Äußerlich gesehen ein richtiger Augenschmauß. Das Cover dick und kariert gebunden, die Seitenränder allesamt schwarz.

Klasse zum Stöbern.

Thema: Stöbern | Kommentare (0) | Autor: Robin Giesler

Trudi Canavan, Die Rebellin

Thursday, 14. February 2008 19:01

Trudi Canavan mit ihrem Erstling “Die Rebellin” (das zu der Trilogie: “Die Gilde der schwarzen Magier” gehört) hat bei mir mittelmäßigen Erfolg erobert.

Das Fantasy-Buch hat 526 Seiten und ist in drei Teile aufgeteilt und am Ende befindet sich noch ein dreiseitiger Glossar.

Die Geschichte spielt in dem Land Kyralia, hauptsächlich in deren Hauptstadt Imardin.

Es geht um eine unfreiwillige Rebellin namens Sonea. Sonea, die den Sprung aus dem Bettlerviertel in die Vorstadt geschafft hat, dort jedoch aus mit ihrer Familie aus deren neuem Heim getrieben wurde gerät mehr oder minder zufällig in einen kleinen Aufstand.
Jedes Jahr in dieser Stadt wird die so genannte “Säuberung” durchgeführt, bei der die Magier und die Soldaten des Königs die Diebe, Bettler und Obdachlosen vor die Stadttore verbannt um den Reichen der Stadt Sicherheit auf den Straßen zu ermöglichen.
Als Sonea von Jemandem erfährt, dass ihre ehemaligen Jugendfreunde einen Aufstand gegen die Blockade der Magier planen und dieser verraten wurde eilt sie um diese Information zu überbringen und gerät eben in diesen Aufstand.

Vor Wut wirft sie einen Stein gegen das magische Schild der Magier, so wie es viele tun. Die Magier unterdessen stehen da und warten auf das Signal loslegen zu dürfen. Als Sonea’s Stein die magische Abgrenzung passiert und einen Magier schwer am Kopf trifft und dieser zu Boden sackt überschlagen sich die Ereignisse.
Die Bande schafft es zu fliehen, wobei ein außenstehender kleiner Junge von den Magieren getötet wird. Hier beginnt die Hetzjagd der Magier auf Sonea.

Meine Meinung über dieses Buch:

Es ist schon komisch eine so lange Verfolgungsjagd zu lesen. Dreiviertel dieses Buches handeln im Endeffekt nur davon. Obwohl sie gut geschrieben ist, braucht es doch an manchen Stellen echte Ausdauer.

Was ich besonders gut an diesem Buch finde ist, das es was die Magie angeht nicht wie die meisten anderen Bücher übertrieben ist… Sonea ist am Ende des Buches keine zauberstabschwingende Kampffurie sondern ein Mensch dem es leider nicht vergönnt ist normal zu leben, ein Mensch der zu Magie verdammt ist.

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Robin Giesler