Beiträge vom February, 2008

Eduard Augustin, Phillip von Keisenberg, Christian Zaschke, Ein Mann ein Buch

Wednesday, 27. February 2008 17:29

Ein wirklich witzig geschriebenes Sammelsurium-Büchlein (ok, von der Dicke her ist es ein Buch, aber der Stöberfaktor macht es zu einem Büchlein, das sich Kapitel, oder Abschnittsweise lesen lässt) in dem alle wirklich wichtigen Lebensweisheiten von und für Männer drin stehen.

Schon das Cover regt zum Lesen an :

“Ein Mann sollte einige Dinge wissen über das Leben.”

Eine Boeing 747 landen, Die richtigen Schuhe tragen, Einen Hai angeln, Tanzen, ohne tanzen zu können, Eine Schlägerei überstehen, Die Sprache der Blumen, Pokern, Das einfachste Regal bauen, Jonglieren, Ein Kind zeugen, Ruhig bleiben, wenn Sie fährt…

…und auf der Rückseite geht es weiter:

-Weinkenner werden, Weinkenner werden, In die Fremdenlegion eintreten, Jagen, Fliegen binden, Kriminalkommissar werden, Einen Aston Martin DB 5 kaufen, Ein Loch bohren, Gestikulieren auf italienisch, Im Gefängnis bestehen, Eine Kneipe aufmachen, In Las Vegas heiraten, Einen wirklich guten Papierflieger falten…

Der Inhalt befasst sich mit WESENTLICH mehr Themen, die allesamt wichtig oder eben lustig sind :)
Sie sind unterteilt ind folgende Kapitel:
-Der Mann im Haus,
-Der Mann und die Natur,
-Der Mann in Gefahr,
-Der gepflegte Mann,
-Der Mann in der Gesellschaft,
-Der Mann in Bewegung,
-Männer unter sich,
-Der Mann und die Frau,
-Der Mann und die Kultur,
-Der alte Mann,
-…Und das Meer

Was ich unglaublich witzig fand waren auch die Beschreibungen und Theorien über Fusselbildung im Bauchnabel oder die Zeichnungen dazu wie man ein Ei aufschlägt oder einen Pfannkuchen wendet (das sowas überhaupt enthalten ist ;) ).
-Kurzum, alles was ein Mann braucht;) und eben Spass beim Lesen.

Äußerlich gesehen kann ich nur von der Süddeutschen Zeitungs-Edition reden, und die ist auch Äußerlich gesehen ein richtiger Augenschmauß. Das Cover dick und kariert gebunden, die Seitenränder allesamt schwarz.

Klasse zum Stöbern.

Thema: Stöbern | Kommentare (0) | Autor: Robin Giesler

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

Monday, 25. February 2008 21:04

(Erschienen ab 1930)

“Stil ist für mich exakte formulierung eines gedankens.” (Musil)
Diese exaktheit hat er mit einer, sowohl was hartnäckigkeit als auch wortgewandtheit betrifft, bewundernswerten akribie zu erlangen gesucht.
“Exaktheit des gefühls”, “exakte phantasie”: Mit all dieser exaktheit macht Musil nicht etwa “dem” gefühl den garaus, im gegenteil erzeugt er ein dichtes gefühlsgewebe, das nicht im nebulösen verschwimmt, sondern sich exakt aus einzelnen passagen des textes herleitet.
Es geht um stimmungen und gefühlszustände und darum, ob diese “anderen zustände” bruchstücke oder auch sendboten einer anderen existenzweise sind, bei der “sein” und “in allem sein” ein und dasselbe ist.
Zustand - ein paradoxes wort, da es suggeriert, etwas könne der zeit nicht unterliegen. Zustände ändern sich jedoch laufend; verbunden, ob zu recht oder zu unrecht, werden sie mit dem wörtchen “und”. Die schilderung eines zeitlosen zustands müsste auf dieses wort verzichten, das auch völlig zusammenhangloses und gegensätze miteinander verbindet. Es fragt sich, wie das zeitgebundene medium literatur gleichzeitigkeit nicht nur beschwören, sondern tatsächlich darstellen kann. Oder geht es nicht um zeitlose zustände, besser: vollkommen gleichzeitiges erleben?

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler

Trudi Canavan, Die Rebellin

Thursday, 14. February 2008 19:01

Trudi Canavan mit ihrem Erstling “Die Rebellin” (das zu der Trilogie: “Die Gilde der schwarzen Magier” gehört) hat bei mir mittelmäßigen Erfolg erobert.

Das Fantasy-Buch hat 526 Seiten und ist in drei Teile aufgeteilt und am Ende befindet sich noch ein dreiseitiger Glossar.

Die Geschichte spielt in dem Land Kyralia, hauptsächlich in deren Hauptstadt Imardin.

Es geht um eine unfreiwillige Rebellin namens Sonea. Sonea, die den Sprung aus dem Bettlerviertel in die Vorstadt geschafft hat, dort jedoch aus mit ihrer Familie aus deren neuem Heim getrieben wurde gerät mehr oder minder zufällig in einen kleinen Aufstand.
Jedes Jahr in dieser Stadt wird die so genannte “Säuberung” durchgeführt, bei der die Magier und die Soldaten des Königs die Diebe, Bettler und Obdachlosen vor die Stadttore verbannt um den Reichen der Stadt Sicherheit auf den Straßen zu ermöglichen.
Als Sonea von Jemandem erfährt, dass ihre ehemaligen Jugendfreunde einen Aufstand gegen die Blockade der Magier planen und dieser verraten wurde eilt sie um diese Information zu überbringen und gerät eben in diesen Aufstand.

Vor Wut wirft sie einen Stein gegen das magische Schild der Magier, so wie es viele tun. Die Magier unterdessen stehen da und warten auf das Signal loslegen zu dürfen. Als Sonea’s Stein die magische Abgrenzung passiert und einen Magier schwer am Kopf trifft und dieser zu Boden sackt überschlagen sich die Ereignisse.
Die Bande schafft es zu fliehen, wobei ein außenstehender kleiner Junge von den Magieren getötet wird. Hier beginnt die Hetzjagd der Magier auf Sonea.

Meine Meinung über dieses Buch:

Es ist schon komisch eine so lange Verfolgungsjagd zu lesen. Dreiviertel dieses Buches handeln im Endeffekt nur davon. Obwohl sie gut geschrieben ist, braucht es doch an manchen Stellen echte Ausdauer.

Was ich besonders gut an diesem Buch finde ist, das es was die Magie angeht nicht wie die meisten anderen Bücher übertrieben ist… Sonea ist am Ende des Buches keine zauberstabschwingende Kampffurie sondern ein Mensch dem es leider nicht vergönnt ist normal zu leben, ein Mensch der zu Magie verdammt ist.

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Robin Giesler

Antonio Tabucchi, Erklärt Pereira

Thursday, 7. February 2008 23:12

(Erschienen 1994, Übersetzung von Karin Fleischanderl)

Für Leute, die in samtweichem Tonfall eine Geschichte über das Leben und die Liebe, Alter und Jugend, Faschismus, Kultur und Mut zum Widerstand lesen möchten.

Thema: Lesen | Kommentare (1) | Autor: Randolf Giesler

Yasmina Khadra, Morituri

Thursday, 7. February 2008 23:01

(Erschienen 1997, Übersetzung von Bernd Ziermann und Regina Keil-Sagawe)

Für Leute, die harte, sozialkritische Krimis mögen und die die Schilderung des albtraumhaften Lebens in einem fremden Land (Algerien) nicht abschreckt.

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler

Die Horen Band 199, Lauter Vigoleisiaden

Thursday, 7. February 2008 22:54

(Erschienen 2000)

Für Leute, die gerne mal abseits der breiten Pfade lesen: amüsante, interessante und anregende Sammlung von Texten, Beiträgen, Fotos etc. zum Dichter Albert Vigoleis Thelen.

Thema: Stöbern | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler

Christoph Martin Wieland, Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva

Thursday, 7. February 2008 8:49

(Erschienen 1764)

Für Leute, die geistreiche, charmante und hochaktuelle Literatur des 18. Jahrhunderts schätzen können und sich und/oder anderen ein Lesevergnügen bereiten wollen. Vollständig lautet der Titel: “Der Sieg der Natur über die Schwärmerey, oder die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva, Eine Geschichte worinn alles Wunderbare natürlich zugeht.”

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler

Guy de Maupassant, Bel Ami

Monday, 4. February 2008 23:29

(Erschienen 1885, Übersetzung von Josef Halperin)

Guy de Maupassant beschreibt in “Bel Ami” den Aufstieg des Georges Duroy vom Sohn verarmter Bauern zu “einem der Herren der Welt”. Für den Erfolg ist Duroy jedes Mittel recht, er intrigiert, manipuliert und instrumentalisiert, vorzugsweise die Liebe der Frauen.
Dabei ist Duroy kein Ausbund an Bösartigkeit, sondern nur ein besonders vorzeigbares Exemplar jener Gattung von Politikern, Finanziers, Bankiers und Emporkömmlingen, in deren Kreisen alles und jeder und jede dem Eigennutz untergeordnet wird. (Da wird auch schon mal die Invasion in ein nordafrikanisches Land eingefädelt, um den Wert der vorher gekauften Aktienpakete in die Höhe schnellen zu lassen.) Mitreißend und fesselnd zu lesen, wie Duroys fast schon krankhafter Geltungsdrang, gepaart mit Geldgier und Rücksichtlosigkeit, ihn für einen der ersten Posten der bürgerlichen Gesellschaft qualifiziert.
Maupassant beschreibt den gesellschaftlichen Aufstieg des Georges Duroy in einem Guss, mit Schwung und in einem Tempo, das vorwärtstreibt. Duroy wird nicht denunziert, er ist nicht nur Unsympath, und der Leser erwartet bang, dass ihn die gerechte Strafe vor allem dafür trifft, dass er so gemein zu den Frauen ist. Doch die Strafe bleibt aus, der Roman endet mit Duroys größtem Triumph. Spannend.

Thema: Lesen | Kommentare (0) | Autor: Randolf Giesler